Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier
 ©  

Le Corbusiers Werk in Stuttgart

Einen Blick in die Zukunft werfen: eigentlich unmöglich. Wer aber 1927 die neue Weissenhofsiedlung in Stuttgart sah, fand sich wieder im 21. Jahrhundert – so zukunftsweisend waren Konzeption und Architektur. Zwei Häuser dieser Siedlung, entworfen von Le Corbusier, sind im Juli 2016 in den Rang eines UNESCO-Welterbes erhoben worden.

Charles-Édouard Jeanneret-Gris (1887 – 1965), besser bekannt als Le Corbusier, war als Architekt, Stadtplaner und Designer ein Vordenker und Schrittmacher der Moderne. Das Wort „Stararchitekt“ könnte für ihn erfunden worden sein; rund um den Globus sind seine Bauwerke noch heute Ikonen einer neuen Zeit, einer neuen Lebensart und Geisteshaltung. Gleich 17 seiner Arbeiten wurden in die Welterbeliste aufgenommen; sieben Länder auf drei Kontinenten hatten den Antrag gemeinsam eingereicht. Ihrer Zeit weit voraus Die Weissenhofsiedlung, auch Werkbundsiedlung genannt, war ein riesiges Zukunftslabor: 33 Gebäude, von denen heute noch elf bestehen, entstanden dort unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe. Neben Le Corbusiers „Haus Citrohan“ war – und ist bis heute – sein Doppelhaus einer der spektakulärsten Entwürfe: Luftig und leicht ruht es auf schlanken Pfeilern, streng und elegant zugleich, mit – damals ein unerhörter Luxus – großzügiger Dachterrasse, variabel aufzuteilenden Wohnräumen und ergonomisch gestalteter Einbauküche. Zeitkapsel Weissenhofmuseum Im ersten Stock des Doppelhauses ist heute das Weissenhofmuseum untergebracht, eine faszinierende Momentaufnahme der Werkbundausstellung von 1927. Raumaufteilung, Farbgebung, sogar Teile der Einrichtung entsprechen genau dem Original. Und zeigen eindrucksvoll, warum Le Corbusier als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts gilt.


Impressum | © 2012 UNESCO Welterbestätten Deutschland e.V. | gefördert aus den Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt