DZT, Jochen Keute
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Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau

Als Hochschule für Gestaltung revolutionierte das Bauhaus weltweit das künstlerische und architektonische Denken und Arbeiten des 20. Jahrhunderts. Heute geben die originalen Bauten in Weimar und Dessau sowie Museen und Ausstellungen Einblick in diesen bis heute prägenden Grundstein für das Zeitalter der Moderne.

Fast auf den Tag genau 70 Jahre nach der Einweihung des Gropiusgebäudes in Dessau sind die Bauhausstätten in Dessau und Weimar im Dezember 1996 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden. Die Bauten von Bauhaus-Professoren wie Walter Gropius, Hannes Meyer, László Moholy-Nagy oder Wassily Kandinsky begründeten den Bauhaus-Stil, der die Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat. In Weimar nahm das Bauhaus 1919 seine Arbeit auf und veranstaltete 1923 seine erste Leistungsschau. Beispielhaft für die Weimarer Bauhaus-Architektur ist das „Haus am Horn“, das nach einem Entwurf von Georg Muche 1923 als Musterhaus realisiert wurde. Aber auch das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität oder die ehemalige Kunstgewerbeschule an der Geschwister-Scholl-Straße, beides Entwürfe des Belgiers Henry van de Velde, sind Bauhaus in Reinkultur. Lohnenswert ist auch ein Besuch des Bauhaus-Museums am Theaterplatz – genau gegenüber des berühmten Goethe- und Schiller-Denkmals und des Deutschen Nationaltheaters Weimar. In Dessau hingegen war die „Hochschule für Gestaltung“ ein Magnet der Avantgarde ihrer Zeit. Walter Gropius entwarf das Gebäude, 1926 wurde es eingeweiht. Vom Dessauer Bauhaus aus trat die Idee der Moderne in Architektur und Design ihren Siegeszug an, sichtbar etwa an den „Meisterhäusern“ oder der Siedlung Dessau-Törten. In der historischen Bauhausmensa kann auf den von Marcel Breuer entworfenen Hockern übrigens ausgiebig gefrühstückt oder der vielfältige Mittagstisch genossen werden. Im Atelierhaus können frühere, teilweise nach historischem Vorbild renovierte Studentenzimmer als Einzel- oder Doppelzimmer gemietet werden.


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