Hermann Fürst von Pückler-Muskau – Standesherr, Reiseschriftsteller und vor allem Gartenkünstler von außergewöhnlicher Bedeutung – hat eines der wohl schönsten Gartenkunstwerke weltweit geschaffen. Das circa 830 Hektar große Areal besteht aus mehreren Parkteilen mit unterschiedlichem Charakter auf deutscher und polnischer Seite. Pückler strukturierte die Landschaft um sein herrschaftliches Schloss ganz im Stil der englischen Regency-Gärten des frühen 19. Jahrhunderts. Faszinierend sind die harmonische Gestaltung des gesamten Parkareals, dessen einzelne, markante Bereiche durch weite Sichtbeziehungen sowie durch geschwungene Wege miteinander sowie mit dem baulichen Zentrum, dem Schloss, verknüpft sind, die Verwendung meist heimischer Gehölzarten, zumeist Eichen, Linden, Buchen, Pappeln und Platanen, sowie nicht zuletzt die spannende Einbettung des natürlichen Flusslaufs der Lausitzer Neiße und des künstlich angelegten Wasserlaufs der nach Pückler benannten „Hermannsneiße“, die sich zweimal seenartig in der Parklandschaft weitet. Pücklers Muskauer Gartenreich steht als gemeinsames polnisch-deutsches Weltkulturerbe für eine künstlerische Ideallandschaft und für einen neuen Ansatz der Landschaftsgestaltung im städtischen Raum und würdigt darüber hinaus die gemeinsamen deutsch-polnischen Anstrengungen zur Pflege, Wiederherstellung und Erforschung dieses Landschaftskunstwerks.